Mit: Rike B. (Rike ist Diplom Sozialwissenschaftlerin, Ex-AStA-Referentin, Ex-Sprecherin der LandeAStenKonferenz, Ex-Mit­glied des Aktionsbündnis gegen Studiengebüh­ren, der Senatskommission für Lehre und weiterer mehr oder weniger sinnloser Gremien. Mittlerweile ist sie arbeitslos und oft in Jogginghose vor dem Theodor-Lessing-Haus anzutreffen, wo sie gerne über die alten Zeiten sinniert und dabei motivierte und naive AStA-ReferentInnen nervt.)
Ort: Raum V111 (Institut für Soziologie), Schneiderberg 50, 30167 Hannover
Zeit: Mittwoch, 26. Oktober, 20:00 Uhr

Als Erstsemester kann der Jungle an Gremien, Ausschüssen und studentischen Organisationen undurchdringbar erscheinen. Fragen wie, war­um gibt es eigentlich eine Verfasste Studieren­denschaft, was steckt hinter den euphemistisch gewählten Ausdruck der Hochschulautonomie und welche Möglichkeiten der Mitbestimmung haben Studierende in der so genannten Grup­penuniversität, gehen im Studierendenalltag und dem Kampf um credit points schnell unter. Dabei kann die (verfasste) Studierendenschaft auf eine bewegte und spannende Geschichte aus Hoch­schulrevolten und Hochschulreformen zurück blicken. Die Errungenschaften der 68er Bewegung, die sich in einer umfassenden Bildungsreform manifestierten, werden, vor allem in den letzten Jahren offen angegriffen und zurück genommen. Mittlerweile überwiegt an den Hochschulen eine (Dienst-)Leistungsmentalität, welche die Rolle der Studierenden immer mehr zu KonsumentInnen von Bildung statt politisch agierenden AkteurIn­nen verkommen lässt. Die Protestwelle der letzten Jahre gegen Studiengebühren und -bedingungen haben der Mitbestimmung zwar wieder Auftrieb gegeben, aber die gewünschten Erfolge blieben leider aus. Welche Gründe das hat und was wir daraus lernen können, kann im Anschluss an den Rückblick über die studentische Mitbestim­mung im Wandel der letzten Jahrzehnte diskutiert werden.

Organisiert von: AStA Uni Hannover